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Allgemein, Ratgeber

Zeit – eine neue Währung

Wissenschaftler machen immer wieder spannende Entdeckungen darüber, wie sehr sich das Zeitgefühl und das Zeitempfinden der Menschen verändern. Als Kinder schienen uns die Tage bis zum Heiligen Abend unendlich, als Erwachsene erschrecken wir uns richtig, weil Weihnachten immer so schnell kommt und wir längst noch nicht alle Geschenke besorgt haben. Zehn Minuten in einer Warteschlange kommen uns vor wie die Ewigkeit, während der gleiche Zeitraum im Kino bei einem spannenden Film vergeht wie ein Wimpernschlag. Aber woran liegt es, dass Tage sich anfühlen können wie Wochen, während aufregende Stunden sich zu gefühlten Sekunden verdichten?

Die Zeitwahrnehmung ist für jeden Menschen anders

Während ältere Menschen sich an ihrem Geburtstag fragen, wo das Jahr geblieben ist, kommt Kindern ein Wochenende ohne Schule oft noch vor wie ein Meer aus Stunden, in dem sie endlos baden können. Je älter wir werden, umso schneller scheinen Tage und Wochen zu verrinnen. Wissenschaftler haben aber auch herausgefunden, dass unser Zeitempfinden sich in der Rückschau verändert. Interessanterweise werden in der Erinnerung leere Momente ohne Beschäftigung wie das Herumsitzen in einem Wartezimmer zu einer Lappalie und wir können uns nicht mehr erinnern, wieso wir uns darüber eigentlich so geärgert haben. Umgekehrt werden oft die Augenblicke, in denen die Stunden vergangen sind wie im Flug, in der Erinnerung zu einer aufregenden Phase voller neuer Eindrücke.

Womit füllen wir unser Leben aus?

Trotz dieser individuellen und situativ so unterschiedlichen Wahrnehmung lässt sich natürlich nachmessen, womit wir unser Leben verbringen. So schlafen wir zum Beispiel im ganzen Leben insgesamt über 24 Jahre! Selbst passionierte Langschläfer zucken da zusammen. Wir verschlafen einfach so 24 Jahre unserer kostbaren Lebenszeit? Schlaf ist aber gesund, sorgt für Erholung und gibt uns Energie für die viel wichtigeren Stunden, nämlich für die, in denen wir wach sind! Da ist es bedenklicher, dass wir durchschnittlich zwölf Jahre unseres Lebens vor dem Fernseher verbringen!

Trotzdem habe viele Menschen das Gefühl, dass sie ständig bei der Arbeit sind, dabei verbringen wir aufs ganze Leben gerechnet nur acht Jahre damit, Geld zu verdienen. Erschreckend wird die Statistik, wenn man erfährt, dass wir durchschnittlich nur neun Monate damit verbringen, mit unseren Kindern zu spielen. Genauso viel Lebenszeit verbringen wir übrigens damit, zu waschen und zu bügeln. Spätestens, wenn einem das klar wird, sollte man sich Gedanken um Zeitmanagement und Zeitqualität zu machen.

Was du von der Sekunde ausgeschlagen …

… gibt keine Ewigkeit zurück. So schrieb Friedrich Schiller einst in »Kabale und Liebe«. Der Dichter erinnert uns damit daran, dass vergangene Momente unwiederbringlich sind. Sollten wir unsere Tage also nicht lieber bewusst genießen, so oft es geht? Aber wie macht man das? Unser Gefühl für die wirklich wichtigen Dinge im Leben ist in der Hektik des Alltags verloren gegangen. Unsere Großmütter haben sich noch Tage oder sogar Wochen auf einen Liebesbrief gefreut, von dem sie dann auch lange gezehrt haben.

Heute werden wir ungeduldig, wenn wir auf eine Mail nach einer Stunde noch keine Antwort haben. Diese kurz getakteten Erlebnisse lassen uns verlernen, in Muße einfach mal den Kopf abzuschalten und den Augenblick zu genießen. Dabei ist heute nichts so wichtig wie das süße Nichtstun. Nicht erreichbar zu sein, nicht das Handy zu checken, nicht an die Steuererklärung zu denken, nicht zum nächsten Termin zu hetzen ist wichtiger als jemals zuvor. Denn Freizeit scheint eine neue Währung zu sein, die sich kaum noch jemand leisten kann.

Gewonnene Zeit kann man nicht von der Steuer absetzen …

… denn sie ist sowieso unbezahlbar. Man kann aber welche gewinnen, indem man zum Beispiel die Steuerklärung an einen Fachmann abgibt und Versicherungen abschließt, die einem viele Sorgen abnehmen, Unkosten verhüten und eine gute Absicherung im Alter gewährleisten. Solche kleinen Hilfen verursachen nicht viel Aufwand, machen aber den Kopf frei für die schönen Dinge des Lebens und schaffen Zeitfenster, die wir sinnvoll nutzen können. Aber wie gewöhnen wir uns wieder daran, Mußestunden zu genießen und stille Augenblicke ohne Blick auf die Uhr zu erleben? Wir haben schon festgestellt, dass schöne Momente unbezahlbar sind. Das sieht man daran, dass so mancher Geschäftsmann im Geld schwimmt, aber unbeschwerte Stunden mit der Familie erscheinen wie ein seltener Luxus.

Zeit als kostbares Geschenk

Ein afrikanisches Sprichwort sagt: »Ihr habt die Uhren, aber wir haben die Zeit!« Der Weisheit dieses Satzes kann man sich als dauernd gestresster Europäer nur schwer entziehen. Aber auch wir können uns Zeitinseln zurückerobern, indem wir schöne Momente einfach verschenken und dann richtig zelebrieren. Denn wenn wir etwas geschenkt bekommen, halten wir uns dafür auch automatisch Stunden frei. Zeitgeschenke kosten nichts außer Aufmerksamkeit, Zuwendung und ein bisschen Kreativität. Man kann schöne Momente auch in Verbindung mit fantasievollen Karten oder als Gutscheine verschenken, um die Symbolik und Wichtigkeit zu unterstreichen.

Ideen für Zeitgeschenke

Der Partner hetzt nur noch vom einen Termin zum nächsten? Dann ist ein Zeitgeschenk genau das richtige, vielleicht in Form eines romantischen Essens für zwei? Wenn das ältere Kind manchmal unter Eifersucht leidet, weil das Baby so viel Aufmerksamkeit bekommt, gibt es keine schönere Gabe als einen Ausflug zum Spielplatz ganz allein mit dem Papa. Und wenn Freundinnen zwischen Job, Familie, Haus und Hund viel zu selten Gelegenheit haben, einfach mal zusammen zu lachen, ist es höchste Eisenbahn für einen Mädelsabend! Besonders schön sind Zeitgeschenke auch in Verbindung mit anderen Geschenken. Wenn der Opa seinem Enkel nicht nur ein neues Fahrrad schenkt, sondern auch gleich zehn Nachmittage, an denen sie zusammen fahren üben, dann wird das Präsent gleich zehnmal so schön, denn gemeinsam macht es einfach mehr Spaß.

Bildnachweis: Bild 1 Fotolia 164194300 Iryna , Bild 2 Fotolia 177048250 BillionPhotos.com 

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