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Ratgeber, Versicherungswelt

Versicherungen von der Steuer absetzen

Welche Versicherungen kann man von der Steuer absetzen?

Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen

Fast jeder Steuerpflichtige verfügt über mehrere Versicherungen, seien es freiwillige oder obligatorische. Bei einigen dieser Versicherungen lassen sich die gezahlten Beiträge von der Steuer absetzen. Dabei kommt es darauf an, ob die Versicherungspolice aus beruflichen oder privaten Gründen abgeschlossen wurde: Beruflich veranlasste Versicherungen sind als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Die Beiträge für private Versicherungen können dagegen häufig als Sonderausgaben beziehungsweise als Vorsorgeaufwendungen abgesetzt werden. Die Vorsorgeaufwendungen werden weiter unterschieden in Altersvorsorgeaufwendungen (Beiträge für die gesetzliche und private Rentenversicherung) sowie sonstige Vorsorgeaufwendungen (zum Beispiel Berufsunfähigkeits- oder Haftpflichtversicherung).

Beiträge zur privaten Altersvorsorge

Zur Förderung der privaten Altersvorsorge sieht der Staat Steuervergünstigungen für die gezahlten Beiträge vor. So sind die von Arbeitnehmern und Selbständigen gezahlten Beiträge zur Rürup-Rente als Altersvorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzbar. Auch der Abschluss einer Riester-Rente ist steuerlich begünstigt. Riester-Sparer können den Gesamtbetrag aus staatlichen Zulagen und eigenen Beiträgen als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben.

Seit 2015 ist der Altersvorsorgehöchstbetrag variabel. Für 2016 sind die Altersvorsorgebeiträge bis zu einer Höhe von 22.767 Euro bei Ledigen bzw. 45.534 Euro bei Verheirateten abziehbar.

Beiträge zur privaten Krankenversicherung

Bei privat Krankenversicherten lassen sich nur die Beiträge von der Steuer absetzen, die für eine Grundabsicherung auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen sorgen (der sogenannte Basistarif). Da es in der privaten Krankenversicherung keine Familienversicherung gibt, kann der Steuerpflichtige für den Ehepartner oder Kinder gezahlte Beiträge ebenfalls geltend machen.

Die Basiskrankenversicherung ist grundsätzlich in voller Höhe absetzbar. Beiträge für besondere Leistungen der privaten Krankenkasse, die über die Grundversorgung in der Kranken- und Pflegeversicherung hinausgehen, sind hingegen nur begrenzt von der Steuer absetzbar. Nur wenn der Höchstbetrag bei den Vorsorgeaufwendungen noch nicht ausgeschöpft ist, kann der Steuerpflichtige die Ausgaben für zusätzlichen Versicherungsschutz geltend machen. Dieser Höchstbetrag liegt bei 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Beamte bzw. 2.800 Euro für Selbstständige. Häufig ist dieser Höchstbetrag bereits durch die Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Altersvorsorgeaufwendungen ausgeschöpft.

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Beiträge zur Lebensversicherung

Bei einer Lebensversicherung ist zwischen zwei Formen zu unterscheiden: Zum einen die sogenannte Risikolebensversicherung, bei der im Todesfall des Versicherten die Versicherungssumme an die eingetragene Person ausgezahlt wird. Lebt der Versicherte hingegen bis zum Vertragsende, erlischt die Versicherung und es wird kein Geld ausgezahlt. Die Beiträge zu einer Risikolebensversicherung sind als Vorsorgeaufwendungen bis zum jährlichen Höchstbetrag von 1.900 Euro als Sonderausgabe von der Steuer absetzbar.

Die andere Form der Lebensversicherung ist die sogenannte Kapitallebensversicherung. Hierbei wird Kapital angespart, das nach Vertragsende an den Versicherten ausgezahlt wird. Beiträge zu einer Kapitallebensversicherung sind nur steuerlich absetzbar, wenn die Versicherung vor 2005 abgeschlossen wurde.

Beiträge zur privaten Unfallversicherung

Beiträge für Versicherungen, die ausschließlich Unfälle absichern, die mit der beruflichen Tätigkeit in unmittelbarem Zusammenhang stehen, sind in vollem Umfang Werbungskosten. Aufwendungen für eine Versicherung gegen außerberufliche Unfälle sind Sonderausgaben. Beiträge für eine Unfallversicherung, die sowohl berufliche als auch außerberufliche Bereiche absichert, sind entsprechend aufzuteilen.

Beiträge zur Berufsunfähigkeits(zusatz)versicherung

Aufwendungen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind grundsätzlich Sonderausgaben. Eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung kann als Vorsorgeaufwendung bis zur Grenze von 1.900 Euro jährlich für Arbeitnehmer und Beamte bzw. 2.800 Euro pro Jahr für Selbständige steuerlich geltend gemacht werden. Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung ist ein Zusatz zu einer Lebens- oder Rentenversicherung. Bei dieser Form der Berufsunfähigkeitsversicherung fließen die Beiträge in die Lebens- bzw. Rentenversicherung ein und gehören somit zur Altersvorsorge.

Beiträge zur Haftpflichtversicherung

Alle Haftpflichtversicherungen gehören zu den Vorsorgeaufwendungen und sind somit steuerlich absetzbar. Dies gilt für die Privathaftpflichtversicherung ebenso wie für die Tierhalterhaftpflicht- oder Bauherrenhaftpflichtversicherung.

Bei der Kfz-Versicherung ist eine Besonderheit zu beachten: Sie ist nur teilweise steuerlich absetzbar. Die Kfz-Haftpflichtversicherung gehört wie alle übrigen Haftpflichtversicherungen zu den Vorsorgeaufwendungen; sie kann also in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Eine Kaskoversicherung hingegen gilt nicht als Vorsorgeleistung. Sie stellt vielmehr einen zusätzlichen Schutz für den Versicherungsnehmer dar und ist deswegen steuerlich nicht abzugsfähig. Unternehmer können die Kfz-Haftpflichtversicherung als Betriebskosten von der Steuer absetzen.

Beiträge zur Hausratversicherung

Eine Hausratversicherung dient nicht der Vorsorge; sie stellt eine reine Sachversicherung dar, die als solche grundsätzlich steuerlich nicht geltend gemacht werden kann. Nutzt der Steuerpflichtige jedoch im eigenen Zuhause ein Büro oder ein vom Finanzamt anerkanntes häusliches Arbeitszimmer, kann er die Kosten der Hausratversicherung anteilig für die Fläche des Arbeitszimmers in der Steuererklärung angeben. In diesem Fall gilt die Hausratversicherung steuerlich betrachtet nicht als Vorsorgeaufwendung, sondern als Werbungskosten, da sie die berufliche Existenz des Steuerpflichtigen sichern soll.

Welche Versicherungen von der Steuer absetzen

Beiträge zu sonstigen Versicherungen

Grundsätzlich können bei der Einkommenssteuererklärung alle Versicherungen geltend gemacht werden, die der Vorsorge dienen. Reine Sachversicherungen hingegen können nicht von der Steuer abgesetzt werden. So sind Gebäude- oder Reisegepäckversicherungen nicht abzugsfähig. Eine Rechtsschutzversicherung ist grundsätzlich auch nicht berücksichtigungsfähig. Ist in der Police aber Arbeitsrechtsschutz enthalten, so kann der Steuerpflichtige den Anteil der Versicherungsprämie, der auf den Arbeitsrechtsschutz entfällt (und nur diesen) als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben. Eine entsprechende Aufschlüsselung der Versicherungsprämie ist beim Versicherungsanbieter erhältlich.

Bildnachweis: Bild 1: iStockphoto.com/Dutko, Bild 2: iStockphoto.com/jacoblund, Bild 3: iStockphoto.com/AntonioGuillem

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