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Onlinekauf Umtauschen Rechte

Umtauschrecht beim Online-Kauf. Das sind Ihre Rechte!

Internetgeschäfte gehören heute zum täglichen Leben. Fast alles lässt sich online erwerben. Die Frage, welche Rechte dem Käufer beim Onlinekauf zustehen, gewinnt somit zunehmend an Bedeutung. Im Folgenden deshalb die wichtigsten Fakten im Überblick.

Auch im Internet wird ein Kaufvertrag geschlossen

Dem Grunde nach werden Internetgeschäfte kaum anders behandelt als solche, die von Angesicht zu Angesicht geschlossen werden. In beiden Fällen kommt es zum Abschluss eines Kaufvertrages, der im Bürgerlichen Gesetzbuch ausführlich geregelt ist. Hinzu kommen einige Spezialnormen, die ihre Grundlage im Europarecht finden. Diese Sonderanordnungen tragen dem Umstand Rechnung, dass der Kaufvertrag online abgeschlossen wurde. Sie verleihen Verbrauchern deshalb weitreichende Rechte.

Kauf im Onlineshop Umtauschrecht von zwei Wochen

Teil dieser Befugnisse des Käufers ist dessen Widerrufsrecht. Dieses räumt dem Verbraucher die Möglichkeit ein, sich ohne Begründung vom Vertrag zu lösen. Damit stellt es eine Sonderregelung dar. Denn bei regulären Kaufverträgen, die nicht über das Internet geschlossen werden, wird kein grundloses Recht zum Umtausch gewährt. Bei stationär getätigten Käufen ist der Verbraucher an die allgemeinen Regeln gebunden. Diese sehen beim Vorliegen eines Sachmangels ein Rücktrittsrecht nur vor, wenn dem Verkäufer zuvor die Nacherfüllung ermöglicht wird.
Das Widerrufsrecht verzichtet auf derartige Beschränkungen. Es ist allerdings an eine zweiwöchige Frist gebunden, die in der Regel mit dem Erhalt der Ware zu laufen beginnt. Ausnahmen bestehen nur für wenige Güter, die aus Gesundheits- und Hygienegründen versiegelt werden müssen. Die Ausübung des Widerrufsrechts erfolgt, indem eine entsprechende Erklärung an den Verkäufer abgegeben wird. Entgegen der früheren Rechtslage muss der Wille, sich vom Vertrag zu lösen, ausdrücklich hervortreten. Die bloße Rücksendung der erhaltenen Kaufsache reicht also nicht aus. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte deshalb auf spezielle Widerrufsformulare zurückgegriffen werden, auf die der Verkäufer beim Bestellvorgang hinweisen muss. Zulässig ist es aber auch, den Widerruf schriftlich, als Fax oder E-Mail zu erklären.

Umtauschrecht Internetkauf

Folge des Widerrufsrechts: Rückabwicklung des Vertrages

Mit Zugang der Widerrufserklärung wird der geschlossene Kaufvertrag rückabgewickelt. Die erhaltenen Leistungen sind von beiden Parteien zurückzugeben. Konkret bedeutet dies, dass der bereits gezahlte Kaufpreis zurücküberwiesen wird. Andererseits muss aber auch die Ware zurückgesendet werden. Dabei ist insbesondere auf deren Beschaffenheit zu achten. Die Kaufsache darf nämlich keine zusätzlichen Mäkel aufweisen. Durch Eigenverschulden entstandene Schäden muss auch ein widerrufender Verbraucher ersetzen.

Wer trägt die Versandkosten?

Darüber hinaus ist es wichtig, die Versandkosten zu berücksichtigen. Denn der Verkäufer kann diese dem Käufer auferlegen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass bei Vertragsschluss ein entsprechender Hinweis erfolgte. Dieser findet sich häufig in der Widerrufsbelehrung, die von der Mehrzahl der Käufer nur überflogen wird. Es zahlt sich also aus, die Belehrung gründlich zu lesen.

Online kaufen Rückgaberecht

Sachmangel führt zu abweichenden Regelungen

Das Widerrufsrecht muss vom kaufrechtlichen Mängelrecht unterschieden werden. Während der Widerruf keine Begründung erfordert und unmittelbar zu einer Rückabwicklung führt, verlangt das Mängelrecht das Bestehen eines Sachmangels. Ein solcher liegt vor, wenn die Ist-Beschaffenheit des Kaufgegenstandes von dessen Soll-Beschaffenheit abweicht. Der Gesetzgeber hat vorausgesehen, dass die Beweisbarkeit eines Mangels problematisch werden kann. Deshalb wird innerhalb der ersten sechs Monate nach Lieferung vermutet, dass der Sachmangel bereits bei Vertragsschluss vorhanden war. Damit haftet der Verkäufer leichter, was dem Verbraucher zugutekommt. Verstreichen die sechs Monate, obliegt der Beweis allerdings wieder dem Käufer.
Ein weiterer Unterschied zum Widerruf besteht darin, dass ein Sachmangel nicht zur Rückabwicklung des Kaufvertrages führt. Es gelten die allgemeinen Vorschriften, die auch beim stationären Kauf einschlägig sind. Dem Verkäufer muss also zunächst die Möglichkeit gegeben werden, den Mangel durch Nacherfüllung zu beseitigen. Hierbei kann der Käufer wählen, ob er eine Ersatzsache oder eine Reparatur wünscht. Ein Rücktritt vom Vertrag ist nur möglich, wenn der Verkäufer die Nacherfüllung ohne Grund verweigert.

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