<

Ratgeber, Versicherungswelt

Mit Airbnb reisen

Reisen mit Airbnb – was ist versichert?

Die Vermietung von Privatwohnungen über Online-Portale ist heutzutage einfach und günstig. Doch nicht immer läuft alles ganz reibungslos. Und was dann?

Online-Portale wie Airbnb, 9flat oder Wimdu boomen zur Zeit. Die Auswahl an Privatunterkünften für Reisende steigt stetig und ist mittlerweile eine etablierte Möglichkeit gut und günstig zu wohnen sowie direkt Kontakte zu Einheimischen vor Ort zu bekommen. Die warten oft mit besonderen Insider-Tipps für Locations vor Ort auf, was dem Reisenden einen ganz besonderen Einblick verschafft.

Doch es gibt auch eine dunkle Seite dieser Art des Reisens. Zerstörte Möbel, zerkratzter Parkettboden und überflutete Bäder, dies sind nur einige Beispiele für mögliche Hinterlassenschaften der Urlauber. Dieses Risiko ist bei jeder Vermietung vorhanden. Was passiert, wenn die Vermietung mit einem Schaden endet? Durch verschiedene Versicherungen und Garantien haben einige Portale bereits darauf reagiert und bieten Absicherungen für den Gastgeber und deren Wohnung an.
Sie sind Vermieter? So sichert Airbnb Sie ab!

Airbnb hält zwei Arten der Absicherung bereit

1. Die Gastgeber-Garantie
Der Mieter hat das Inventar der Wohnung beschädigt oder zerstört und die hinterlegte Kaution reicht nicht zur Behebung des Schadens? Oder es wurde keine Kaution verlangt? Hierfür bietet Airbnb die „Gastgeber-Garantie“ an. Diese springt ein, wenn genau dieses Szenario eintritt.

2. Die Versicherung zum Schutz von Gastgebern
Der Mieter verletzt sich während des Aufenthalts und der Vermieter ist Schuld? Hierfür hat Airbnb „Die Versicherung zum Schutz von Gastgebern“. Diese soll den Vermieter vor Haftpflichtansprüchen Dritter bis zu einer Höhe von 1 Million US-Dollar schützen.

Diese Absicherungen erhält jeder Nutzer von Airbnb automatisch ohne das zusätzliche Kosten anfallen.

Sie mieten eine Airbnb-Wohnung? So sind Sie abgesichert.

Die Online-Portale Wimdu und 9flat bieten ihren Nutzern eine Haftpflichtversicherung für Mietsachschäden an. Diese leistet, wenn der Mieter in der Wohnung des Vermieters versehentlich etwas zerstört oder beschädigt. Diese Versicherung besteht nur für einen bestimmten Zeitraum, die gebuchte Unterkunft und das dort vorhandene Inventar. Mietsachschäden sind bis zu einer Summe von 500.000€ versichert. Wimdu verlangt eine Selbstbeteiligung von 150€, 9flat von 250€.

Wasser im Wohnzimmer

Überschwemmung

Ist dieser Schutz ausreichend?

Fest steht, dass diese kostenlosen Garantien und Versicherungen den Schadenfall erträglicher machen. Dennoch haben diese auch oft einen Haken. Die Versicherungssummen sind oftmals sehr niedrig und hochwertige Elektronik, wie zum Beispiel der teurer Fernseher des Vermieters, sind erst gar nicht versichert.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Absicherungen für sogenannte „Mietsachschäden“ nur „nachrangig“ gedeckt sind. Das heißt, sollte ein Schadenfall eintreffen wird als erstes geprüft, ob der Mieter eine eigene Haftpflichtversicherung besitzt. Erst wenn er diese nicht hat, kommt die Absicherung der Portale ins Spiel. Für Mieter die eine private Haftpflichtversicherung besitzen, die auch Mietsachschäden abdeckt, ist die Absicherung der Portale also überflüssig. Hinzu kommt, dass Vermieter bevor eine Zwischenmiete beginnt eine Inventarliste einreichen müssen. Sollte dies nicht passiert sein, greift auch die Versicherung der Portale nicht.

Airbnb weist selbst daraufhin, dass diese Versicherung und Garantie kein Ersatz für eine eigene Versicherung ist.
Sollte man die „Gastgeber-Garantie“ in Anspruch nehmen wollen, muss  der Vermieter

– zuerst mit dem Gast, welcher den Schaden verursacht hat, in Verbindung treten
– nachweisen, dass das beschädigte Inventar auch ihm gehört
– Anzeige bei der Polizei erstatten und den Polizeibericht anfordern sollte der Schaden 300 US Dollar übersteigen

Worauf sollten Sie unbedingt achten?

Bei der Onlinevermietung von Wohnungen oder Zimmern spielt die private Haftpflichtversicherung eine große und wichtige Rolle. Sie kommt für alle Schäden an den Elementen die fest mit dem Bauwerk verbunden sind auf. Sollte jedoch das Inventar der Wohnung beschädigt werden, kommt es auf die konkrete Vereinbarung zum Versicherungsschutz an.

Tipp: Prüfen Sie als Mieter unbedingt, ob in Ihrer privaten Haftpflichtversicherung Schäden an gemieteten Sachen abgedeckt sind!  Die Vermietung einzelner  Räume ist in der Regel in der Haftpflichtversicherung versichert. Das Vermieten der ganzen Wohnung ist nicht immer mitversichert, dies sollte man vorher unbedingt prüfen.

Zudem ist es wichtig seine Haftpflichtversicherung genauer zu prüfen, da das häufige Vermieten der eigenen Wohnung als gewerbliche Tätigkeit zählen kann. Sollte dies der Fall sein, leisten viele Versicherungen nicht für entstandene Schäden. Da die private Haftpflichtversicherung explizit nur für Schäden aufkommt, die durch private Aktivitäten entstehen.

Nehmen Sie als Vermieter Kontakt zu Ihrer Versicherung auf, um eine passende Absicherung zu finden!

Wer in Betracht zieht, seine Mietwohnung über ein Online-Portal zu vermieten, sollte dies unbedingt vorher mit seinem Vermieter absprechen. Viele Mietverträge verbieten nämlich die unerlaubte Untervermietung. Dies kann letztendlich sogar zur firstlosen Kündigung führen. In Großstädten wie Berlin, Köln, München oder auch Hamburg bedarf es aufgrund des knappen Wohnraums einer zusätzlichen Genehmigung für die gewerbliche Vermietung von privaten Wohnungen.

 

Bildnachweis: Bild 1 :Fotolia 133024135 Bild 2: vicnt, Stock-Fotografie-ID:528634023

Schlagwörter: