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Allgemein, Ratgeber

Viele Geschenke

So schenkt Deutschland

Es ist eine uralte Tradition, denn es wurden schon Götter und Könige beschenkt, um sie milde zu stimmen oder um etwas im Gegenzug zu bitten. Im Grunde ist das Beschenken heutzutage auf ähnlichen Grundlagen gewachsen. Wir geben anderen etwas, weil wir selbst etwas bekommen (wollen) oder weil wir eine bestimmte Reaktion erwarten (Freude oder eine friedliche Stimmung). Die Tradition des Verschenkens nimmt inzwischen enorme Ausmaße an. Durchschnittlich geben wir in Deutschland jährlich knapp 477€ für Geschenke aus. 24% wollen diese Ausgaben sogar noch steigern. Dabei sind es vor allem Männer, die für ihre Lieben das meiste Geld ausgeben. Am beliebtesten ist hier ein Geschenkgutschein, welchen ganze 50% der Schenkenden für ihre Lieben kaufen. Auf dem 2. und 3. Platz befinden sich Kosmetik und Bücher. Seit acht Jahren wächst der Umsatz im Weihnachtsgeschäft – es ist also kein Ende des großen Schenkens in Sicht.

Warum überhaupt etwas verschenken?

Beim Lesen dieses Artikels mag sich so mancher fragen: Warum verschenken wir überhaupt so gern und viel? Zunächst einmal ist es ein gutes Gefühl, etwas zu verschenken. Wir fühlen uns großzügig und gut und haben damit viel für unser eigenes Ego getan. Was dabei oft vergessen wird ist, dass Geschenke nur selten ohne tatsächlichen Eigennutz gemacht werden. Päckchen zu Weihnachten sind eine gegenseitige Tradition – wir schenken mit dem Wissen, ebenfalls etwas zu erhalten. Und auch ein Päckchen zum Geburtstag werden meist mit dem Hintergedanken packen, dass man selbst von der Person auch etwas zum eigenen Geburtstag erhalten hat oder erhalten wird. Oft fühlt man sich verpflichtet, jemandem ein Gegengeschenk zu machen, weil man von ihm oder ihr selbst eines erhalten hat. Es entsteht eine Art erzwungener Gegenseitigkeit, bei der oft Dinge heraus kommen, die nicht wirklich erwünscht waren und oft weiter geschenkt werden. Es entsteht also der Eindruck, dass Verschenken oft in einer Art Austausch-Kreislauf von mehr oder weniger gewollten Produkten ausartet. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass es auch einfach große Freude bereitet, geliebte Menschen glücklich zu sehen. Werden Überraschungen für wichtige Mitmenschen ausgesucht, dann freut man sich auf die fröhlichen, begeisterten Gesichter der Lieben beim auspacken. Ist das erreicht, hatte man wirklich Glück.

Richtige und falsche Gaben

Es ist jedoch gar nicht so einfach, einen wirklich passenden Gegenstand zu finden. Das Angebot ist so umfangreich und die Geschmäcker so verschieden, dass die Geschenksuche regelmäßig in Stress ausartet. Dabei gibt es bei ungeliebten Produkten immer die Option, sie umzutauschen. Eine entspannte Haltung von Schenkendem und Beschenktem könnte dazu führen, dass ehrlicher mit Geschenken umgegangen wird. Wenn das Geschenkte nicht gefällt, sollte der Empfänger die Möglichkeit bekommen, es umzutauschen oder vom Schenker zurück geben lassen. Beide haben mehr davon, wenn dann vielleicht gemeinsam etwas Passendes ausgesucht wird.
Wichtig dazu: Immer den Kassenzettel aufheben und die Dinge nicht schon so lang im Voraus kaufen, dass die Umtauschfrist abgelaufen ist. Die Artikel müssen originalverpackt bleiben und sollten keine Macken abbekommen, dann nehmen die meisten Geschäfte sie problemlos zurück.
Ist der Umtausch nicht mehr möglich, kann man beinahe alles über Internetplattformen wie etwa Ebay oder Kleinanzeigen-Foren verkaufen. Man tut sich keinen Gefallen damit, ungeliebte Gegenstände aufzuheben und anzusammeln. Und da jeder schon einmal in dieser Situation war, sollte es auch möglich sein, selbst Verständnis dafür aufzubringen, wenn der Geschmack mal nicht genau getroffen wurde.

Dieses Jahr mal anders?

Wer etwas Abstand zu all dem Konsum gewinnen und dieses Weihnachten vielleicht mal etwas anders machen möchte, der kann hier eine alternative Geschenkidee für sich finden. Diese unkonventionellen Gaben kann man sowohl verschenken als auch sich wünschen:

Selbstgemachtes: DIY (engl. do it yourself) erfreut sich großer Beliebtheit. Viele Menschen haben ein Hobby oder ein Talent, mit dem sie anderen eine Freude machen können. Selbst Gebackenes, Eingemachtes, Gestricktes oder Gebautes ist immer beliebter. Damit bekommt der Beschenkte etwas zum genießen oder benutzen, dass ihn dabei an den Schenkenden erinnert. Und gleichzeitig weiß er, dass der Schenkende Zeit und Mühe in ihn investiert hat.

Zeitgeschenke: Zeit ist ein kostbares Gut, denn niemand hat sie endlos zur Verfügung! Wer seine Zeit verschenkt, investiert einen Teil seines Lebens in den Beschenkten. Das ist perfekt für Jung und Alt, zur Pflege der Beziehungen zwischen Menschen. Zeit zu verschenken bedeutet, diese mit dem Beschenkten zu verbringen, zu nutzen, zu gestalten. Das bringt Verbundenheit und Glück – damit sind sogar beide Beteiligten beschenkt.

Bildnachweis: Fotolia #74524121 Urheber: Africa Studio

 

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