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Ratgeber, Sicherheit

Winterurlaub Tipps

Endlich Winterurlaub: 5 Dinge, die Sie beim Skifahren beachten sollten

Es ist so weit: der erste Pulverschnee liegt und glitzert mit der Sonne um die Wette. Viele Wintersportler freuen sich in diesen Tagen darauf, in rasantem Tempo die steilen Pisten runter zu düsen und können es kaum erwarten, sich die Bretter anzuschnallen. Zu aller Vorfreude ist der Wintersport auch noch richtig gesund. Bewegung an der frischen Luft und die Glückshormone, die wir beim Sport ausschütten, helfen uns dabei, richtig abzuschalten und körperlich wie auch seelisch in Topform aufzulaufen!

Doch ohne die richtige Vorbereitung ist der Winterspass schnell vorbei. Wer körperlich nicht fit genug für eine lange Abfahrt ist, die falsche Ausrüstung trägt oder gewisse Pistenregeln nicht beachtet, riskiert, sich oder andere ernsthaft zu verletzen. Die nachfolgenden fünf Tipps verraten Ihnen, wie Sie sich optimal auf den Schneesport vorbereiten und wie Sie ohne Zusammenstöße die Hänge runterkommen – Abfahrtsspaß garantiert!

1. Skitraining: So machen Sie sich fit für die nächste Abfahrt

Generell gilt: Je fitter Sie sind, desto geringer ist das Verletzungsrisiko. Deshalb ist es ratsam, bereits einige Monate vor dem Skiurlaub mit der sportlichen Vorbereitung zu beginnen, denn eine gute Kondition sowie die nötige Muskulatur sollten rechtzeitig aufgebaut sein.

So kriegen Sie die Kondition hin

Wer ganzjährlich regelmäßige Bewegung in den Alltag einbaut, ist optimal auf den Wintersport vorbereitet. Inlineskaten , Fahrradfahren, Joggen oder Schwimmen trainieren nicht nur Ihre Ausdauer, sondern stärken zudem Ihre Bein-, Rücken- und Bauchmuskulatur.

Skigymnastik

Wer kennt Sie nicht, die gute alte Skigymnastik. So ganz altbacken wie sie klingt ist sie jedoch nicht, denn Skigymnastik verringert die Verletzungsgefahr, senkt die Anfälligkeit für Muskelkater und steigert die Sicherheit auf der Piste. Sie ist zudem eine wichtige Ergänzung zum Ausdauertraining. Dafür ist es wichtig, dass Sie bereits einige Wochen vor dem Skifahren mit dem Training beginnen. Selbst Profis legen die Grundlage ihrer Weltcup-Leistung bereits im Sommer. Gute Übungen, die Beweglichkeit und Kraft gleichzeitig trainieren und die Sie bequem von zuhause ganz ohne Geräte und mit wenig Zeitaufwand hinkriegen, sind zum Beispiel:

• Kniebeugen
• Standwaage
• Unterarmstütz
• Seitenstütz

Die Übungen sollten Sie am besten 3-4-mal pro Woche für 20 Minuten durchführen. Wer zudem mindestens zweimal die Woche ein Ausdauertraining von mindestens 30 Minuten einbaut, ist optimal auf den Wintersport vorbereitet.

Dabei ist es sinnvoll, sich vor den Übungen und dann natürlich auch vor der ersten Abfahrt aufzuwärmen und das Dehnen nicht zu vergessen!

So halten Sie optimal durch

Doch jeder noch so trainierte Wintersportler kann es übertreiben. Das gefährlichste zu Beginn jedes Skiurlaubs ist nämlich die eigene Selbstüberschätzung. Die ersten zwei Tage gehen noch gut, aber spätestens am dritten Tag beginnt bei den meisten die muskuläre Übermüdung. Starten Sie deshalb langsam in Ihren Skiurlaub und gönnen Sie sich regelmäßige Pausen. Die meisten Verletzungen geschehen vor der Mittagspause oder auf der letzten Abfahrt des Tages. Was Sie zudem nicht vergessen sollten, ist genügend zu trinken. Am besten eigenen sich zuckerarme und isotonische Getränke. Alkohol gehört jedoch nicht auf die Piste. Heben Sie sich den Glühwein also für den Après-Ski im Tal auf. Gegen die starke Sonne im Gesicht schützen Sie sich am besten mit einer Sonnencrème mit hohem UV-Schutz.

2. Angeschnallt: Die richtige Ausrüstung bringt’s

Die beste Fitness nützt nichts, wenn Sie mit alten oder gar kaputten Skiern unterwegs sind. Denn die richtige Ausrüstung erleichtert Ihnen nicht nur die Abfahrt, sondern kann auch Unfallrisiken minimieren. Bevor es also auf die Piste geht, sollten Sie Ihre Ski- oder Snowboardausrüstung nochmals gründlich überprüfen. Folgende Ausrüstungschecks sind sinnvoll:

Ski / Snowboards

Eine gewachste Unterlage sowie geschliffene Kanten sind die Zauberformel: wer seine Bretter einem regelmäßigen Service unterzieht, gleitet besser und hält besser auf eisigem Untergrund. Zudem sollte die Bindung regelmäßig überprüft werden, denn je nach Körpergewicht, Alter und Können ändert sich auch hier die optimale Einstellung. Wichtig ist auch, dass die Bindung gut auslöst und die Bremsfähigkeit gewährleistet ist. Nur so minimieren Sie Verletzungen! Natürlich sollten Sie auch überdenken, sich neues Material anzuschaffen, wenn die Skier oder das Snowboard beschädigt oder abgefahren sind oder die Skilänge nicht mehr zu Ihren Fähigkeiten passt.

Helm und Brille

In vielen Teilen Österreichs und Italiens besteht eine Helmpflicht für Kinder, Erwachsene sind jedoch von der Pflicht befreit. Trotzdem lohnt es sich Köpfchen anzuwenden, denn viele Unfälle geschehen durch Zusammenstöße mit Anderen und dabei ist der Kopf jeweils besonderen Gefahren ausgesetzt. Zudem schützt ein Helm vor Kälte und Wind. Sie sollten darauf achten, dass Ihr Ski Helm nicht beschädigt ist und die Kinnriemen sowie der Verschluss richtig eingestellt sind. Skibrillen sollten einen guten UV-Schutz und keine Kratzer oder Risse aufweisen, damit eine gute Sicht bei jeder Wetterbedingung gewährleistet ist.

Basler Wintersporttipps

Bekleidung und Schuhe

Bei der Kleidung raten wir Ihnen zum berühmten „Zwiebelprinzip“ – also mehrere Schichten übereinander – damit sie optimal auf die unterschiedlichen Temperaturen  und Witterungsverhältnisse vorbereitet sind. Am besten ist eine feuchtigkeitstransportierende Schicht aus Kunstfasern direkt auf der Haut, dann eine wärmende und isolierende zweite Schicht aus Baum- oder Schafswolle und als dritte Schicht eine witterungsbeständige Ski Jacke.

Auch der Zustand der Ski- oder Snowboardschuhe ist bei der Vorbereitung auf den Winterurlaub essentiell. Das Profil der Sohlen ist ebenso wichtig wie die Passform.

3. Regeln für die Piste: So geht alles gut

Skifahren und Snowboarden bergen wie viele Risikosportarten ein gewisses Unfallrisiko. Damit Sie und Ihre Begleiter sicher die Pisten runter kommen, sollten Sie die Regeln des internationalen Skiverbandes stets befolgen. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Regeln für Sie zusammengefasst.

– Auf sich und andere Wintersportler Rücksicht nehmen: Diese Regel ist der Grundsatz beim Wintersport! Dazu gehört auch die Verwendung der richtigen Ausrüstung, um sich und andere nicht unnötig in Gefahr zu bringen.

– Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise: Passen Sie Ihre Geschwindigkeit und Fahrweise der jeweiligen Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen an. Fahren Sie nur so schnell, dass Sie rechtzeitig bremsen und anderen Ski- oder Snowboardfahrer ausweichen können. Kollisionen sind häufig die Folge zu hoher Geschwindigkeit, unkontrollierter Fahrweise oder mangelnder Beobachtung!

– Die richtige Fahrspur wählen: Nähern Sie sich von hinten einem anderen Skifahrer, müssen Sie Ihre Fahrspur so wählen, dass Sie die andere Person nicht gefährden. Am besten ist es, wenn Sie immer genügend Abstand zu anderen Personen auf der Piste halten. Vorrang hat immer der vorausfahrende Skifahrer oder Snowboarder.

– Richtig überholen: Überholen ist generell von allen Seiten erlaubt, jedoch nur dann, wenn Sie genügend Abstand zur anderen Person einhalten und deren Fahrspur nicht kreuzen. Bedenken Sie: das gleiche gilt auch, wenn Sie an einem stehenden Skifahrer oder Snowboarder vorbei fahren!

– Einfahren, Anfahren und hangaufwärts Fahren: Viele Unfälle ereignen sich beim wieder Einfahren auf die Skipiste. Achten Sie stets darauf, dass Sie Rücksicht nehmen auf andere Personen, die von oben kommen. Beim hangaufwärts Fahren ist besondere Vorsicht geboten!

– Sicher Anhalten: Falls Sie während einer Abfahrt anhalten sollten, wählen Sie unbedingt übersichtliche und breite Stellen, um Zusammenstöße zu vermeiden.

– Sicher der Piste entlang gehen: Ein Ski-, oder Snowboardfahrer, der auf- oder absteigt, soll nur den Rand der Piste benutzen. Generell gilt: Bewegungen gegen den allgemeinen Verkehrsfluss stellen für Skifahrer und Snowboarder unerwartete Hindernisse dar – seien Sie vorsichtig!

– Beachten Sie die Zeichen: Jeder Wintersportler ist angehalten, die Signalisation auf den Skipisten zu beachten. Wichtige Zeichen sind z.B. die Schwierigkeitsgrade der Pisten (schwarz, rot, blau) oder aber auch Hinweise zu gesperrten Pisten oder anderen Gefahren wie Lawinengänge. Wählen Sie eine Piste, die Ihrem Können und Ihrer Fahrweise entspricht!

– Hilfeleistung: Begegnen Wintersportler auf der Abfahrt einer verunfallten Person, sind sie laut internationalem Skiverband verpflichtet, der Person zu helfen. Erste Hilfe, Alarmierung des Rettungsdienstes und Absichern der Unfallstelle sind die ersten Schritte, die Sie nach einem Unfall leisten sollten.

– Tragen Sie stets Ihren Ausweis auf sich: Im Falle eines Unfalles müssen Sie Ihre Personalien angeben können. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie an einem Unfall beteiligt waren oder Zeuge sind – wichtig ist in solchen Fällen, dass die nötige Auskunft gewährleistet ist.

4. Das freut auch die Kleinen: Ski Spaß für die ganze Familie

Fahren Sie mit Ihren Kindern in den Winterurlaub, sollten Sie besonders Acht auf die Sicherheit legen. Denn die Skistars von morgen brauchen für Ihr Pistenvergnügen vor allem diese drei Dinge: Lust, die neue Sportart zu lernen, gute Skilehrer und eine optimal abgestimmte Ausrüstung. Nachfolgend haben wir für Sie die richtigen Ausrüstungstipps für Ihre Kinder zusammengefasst.

Die richtigen Skier

Anfängerskis und Kinderskis sollten möglichst kurz sein, damit die ersten Kurven einfacher gefahren werden können – am besten mit einer Länge, die bis zur Brust oder Schulter reicht. Carving-Skis sind optimal, da sie leichter drehen. Da Kinder sehr schnell wachsen sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Bindung und die Skis Ihrer Kinder vor dem Urlaub stets überprüft und richtig eingestellt werden.

Skistöcke

Stöcke sind zu Beginn nicht zwingend nötig, sondern stellen mit ihren spitzen Enden oft nur eine zusätzliche Unfallgefahr dar. Sollte Ihr Kind später Stöcke verwenden, sollte sich der Griff in Höhe des Ellenbogens befinden.

Helm und Rückenprotector

Ski Helme sind bei Kindern in vielen Ländern Pflicht. Und diese Regel ist auch gut begründet, denn vor allem die Kleinsten unter den Skifans sind den größten Gefahren ausgesetzt. Oftmals werden die Kinder übersehen und sind deshalb schneller Opfer eines Zusammenstoßes. Sparen Sie deshalb nicht bei der Auswahl des richtigen Ski Helms für Ihr Kind! Der Helm sollte bequem sitzen und die richtige Größe aufweisen. Zu einer kompletten Schutzausrüstung gehört auch ein Rückenprotector, der die Wirbelsäule optimal bei Stürzen schützt. Für die schnell frierenden Kinder bietet der Rückenprotector zusätzliche Wärme. Auch hier ist es wichtig, dass der Protector richtig sitzt und der Körpergröße des Kindes angepasst ist. Ein falsch sitzender Protector kann auch das Gegenteil bewirken und Verletzungen fördern! Lassen Sie sich am besten im Fachhandel beraten, um die beste Auswahl zu treffen.

Kleidung

Auch bei den Kindern ist die Zwiebelkleidung die optimale Wahl. Denken Sie in jedem Fall auch an Ersatzkleidung oder Handschuhe und Mütze für die Zeit in der Mittagspause. Schals können beim Skilift fahren gefährlich werden; stecken Sie Ihre Kleinen Wilden besser in einen Rollkragenpullover.

5. Und wenn es doch mal knallt: So sind Sie richtig abgesichert

Leider schützt auch die beste Vorbereitung nicht zu 100% vor Unfällen. Wenn etwas passiert, sollten Sie deshalb vor Antritt des Winterurlaubs sicherstellen, dass Sie und Ihre Liebsten optimal versichert sind. Denn ein Ski-, oder Snowboardunfall in den Bergen ist nicht nur lebensgefährlich, sondern kann auch sehr teuer werden – vor allem, wenn ein Bergrettungs-, oder Hubschraubereinsatz notwendig ist.

Für Wintersportler eignet sich am besten ein Versicherungspaket bestehend aus einer Krankenversicherung, einer Unfallversicherung, sowie einer Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung, damit man bei einem Zusammenstoß mit anderen Menschen oder deren Eigentum optimal abgesichert ist.

Wichtig ist zudem, dass sogenannte Verletzungen durch  „Eigenbewegungen“ versichert sind. Gerade beim Wintersport kann es schnell passieren, dass Sie ohne äußere Einwirkung eine Verletzung erfahren (z.B. wenn Ihr Knie beim Schwung holen einknickt). Einige Unfallversicherungen schließen diese Art der Verletzung jedoch aus, was bei einem Ernstfall ärgerlich sein kann.

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