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Hinter den Kulissen, Ratgeber

Der schönste Tag des Lebens… Basler Mitarbeiter über Pleiten, Pech und Pannen an ihrem Hochzeitstag

Kaum ein anderer Tag im Leben ist so aufgeladen mit Bedeutung, Erwartungen und Wunschvorstellungen. Jeder hat seinen persönlichen Traum im Kopf und versucht, alles perfekt vorzubereiten. Wie der Tag der Hochzeit dann laufen wird, ist letztes Endes unvorhersehbar… Immerhin kommen meist einige Menschen zusammen, die gemeinsam feiern wollen – da kann alles Mögliche passieren… Auf der einen Seite liegt Vieles nicht in unserer Hand, auf der anderen Seite tragen wir als Gastgeber dennoch eine gewisse Verantwortung für das Wohl und die Sicherheit unserer Gäste, im Übrigen umso mehr, wenn die Feier bei uns zu Hause stattfindet. Wir dachten, wir lassen mal die MitarbeiterInnen aus dem Bereich Unternehmenskommunikation und Zentrales Marketing zu Wort kommen, deren Hochzeiten in puncto Planung und Sicherheit für die Gäste – sagen wir mal – noch Luft nach oben bieten. Hier also ein paar lebensechte Beispiele für kleinere und größere Missgeschicke, Sicherheitslücken oder zerschlagene Pläne am Hochzeitstag… Durch die Versäumnisse anderer kann man schließlich einiges lernen und alles andere ist dann eben Schicksal;)

 

Wenn Scherben Glück bringen, wird es für uns gut laufen!

Mariella: „Wir haben an einem heißen Sommertag im August geheiratet und alles mit Liebe fürs Detail vorbereitet. Den Tag selbst haben wir sehr genossen und wir hatten auch den Eindruck, es wäre alles perfekt gelaufen. Erst nach und nach bekamen wir allerdings mit, dass so einiges schief gegangen war… Wie es so schön heißt: „Wo gehobelt wird, fallen Späne“ – und Späne gab es reichlich… Abgesehen davon, dass ein Kind 5 Minuten nach Ankunft von einer Biene in den Mund gestochen wurde, mein Vater seinen musikalischen Einsatz bei der Trauung verpennte und der Eiswagen unsere Bestellung sozusagen frei interpretierte, verletzten sich einige Gäste tatsächlich leicht bis schwer…

Am Abend selbst hatte ich schon bemerkt, dass Barfußtanzen irgendwann keine gute Idee mehr war, zu viele leere und volle Gläser waren krachend auf dem Boden zerplatzt, ganz beiläufig im Feierrausch. Der Kachelboden war ab ca. 1 Uhr nachts gesprenkelt mit Glassplittern. Meine Mutter schenkte uns just in diesem Moment Flip Flops – das war einfach Gold wert. Ich hatte vorher nie verstanden, warum es tatsächlich sinnvoll sein könnte, eine Handvoll Flip Flops für die Gäste parat zu stellen, aber als ich die ersten aufgeschrammten Zehen und Blutspuren auf der Tanzfläche sah, wurde es mir klar… Definitiv eine kleine Anschaffung, die sich lohnt, wenn man eine ausgelassene Feierei im Sommer plant.

Dann brach sich zu allem Überfluss eine meiner besten Freundinnen auch noch den Fuß! Und zwar während sie den für uns Monate zuvor schon vorbereiteten, überragenden Flashmob durchtanzte. Währenddessen war nichts zu bemerken, sie knickte einfach nur kurz um. Erst später fiel mir ihre Abwesenheit auf der Tanzfläche auf und ich fand sie völlig geknickt auf der Terrasse sitzend. Am Tag darauf war dann klar, dass der Fuß gebrochen war – das hat mir so leidgetan… Die ganzen Fuß-Vorfälle wurden dann nur noch durch einen bis heute mysteriösen Vorfall getoppt, der dazu führte, dass einer unserer Trauzeugen am Morgen nach der Feier die Hälfte seines großen Zehennagels vermisste… Auch kein schöner Anblick…Oh Hilfe…

Wenn man es so bedenkt, hätte vieles durchaus besser laufen können, aber zum Glück ist man am Tag der Hochzeit selbst so abgelenkt von all den Menschen und einmaligen Momenten, dass man alles, was nicht perfekt läuft, gar nicht so mitbekommt. Im Nachhinein kann man dann gemeinsam darüber staunen, was doch so alles schief gelaufen ist und hoffen, dass Scherben vor allem eines bringen: nämlich Glück;)“

 

Eine Hochzeit in Las Vegas wäre vielleicht der bessere Plan gewesen…

Josef: „Bei der Planung unserer Hochzeit wurde schnell klar, dass es schwierig werden würde, alle gewünschten Gäste an einen Ort zu bringen, da unsere Familien und die meisten der langjährigen Freunde aus allen möglichen Himmelsrichtungen und von weit her kommen müssten. Geplant war daher eine standesamtliche Trauung ohne große Hochzeitsfeier, ausschließlich in trauter Zweisamkeit und ohne viel Tamtam. Schnell rein, zweimal Ja sagen, schnell wieder raus und mit dem Hochzeitsflitzer ab zum Schloss und gut gehen lassen. Understatement eben!

Wenn man vorhat die Feier in diesem Stil zu begehen, sollte man es allerdings tunlichst vermeiden ein Standesamt in seiner Heimatstadt zu wählen. Die Gefahr, dass die vor Ort ansässigen Freunde über den Aushang des Standesamtes doch von dem Vorhaben Wind bekommen, ist einfach zu groß. So siegte auch in unserem Fall die Neugier unserer Freunde. Sie entdeckten den Trauungstermin und sorgten für eine Überraschung. Als wir das Standesamt verließen standen sie schon versammelt vor dem Tor und empfingen uns mit Konfetti, Sekt und lautem Jubel. Natürlich empfanden wir das als eine äußerst liebe Geste, brachte uns aber in die Verlegenheit, den ursprünglichen Plan kurzfristig zu modifizieren. Schließlich konnten wir jetzt nicht einfach so losdüsen ohne zumindest ein paar Runden in der nächsten Gastwirtschaft zu schmeißen.

So kam dann eine Runde zur nächsten und der Tag ging so dahin. Am Ende war es dann schon fast dunkel als wir uns dann doch noch auf den Weg zu unserem Hochzeitsschloss aufmachen konnten. Zumindest das Wochenende verlief dann wieder nach Plan.“

 

Der Natur Ihren Lauf zu lassen, kann mit Brautkleid eine Riesenhürde sein!

Katja: „…und dann war der Moment da! Der Tag aller Tage im Leben einer Frau – die Hochzeit!!! Schon als kleines Kind war ich mir sicher, dieser Tag wird der schönste im Leben. Mit tollem Kleid, einer fantastischen Location, bestem Sonnenschein – und allem voran dem Traumprinzen an meiner Seite. Pleiten Pech und Pannen kommen in den Traumvorstellungen auch nicht vor, warum sollte also etwas schief gehen oder man in eine komische Situation geraten?!

Die Hochzeitgesellschaft war schon vorgefahren, meine Trauzeugin, mein Vater und mein Bruder hatten die Aufgabe, mich an den Strand zu meiner Trauung zu bringen. Genau in dem Moment als ich das Haus verließ und schon gefühlte 100 Mal vor Aufregung „für kleine Mädchen“ war, schüttete es aus den Wolken als wolle ein Hurrikan über uns hinweg fegen. Dabei hatte ich doch Sonne bestellt… Der Regenschirm tat seine Dienste und auch wenn außer mir nun alle nass im Auto saßen, ging es los. Keine 2 Kilometer hinter der Ortsgrenze musste ich schon wieder, dringender denn je! Was nun? Im nächsten Ort fand mein Bruder eine kleine Dorfkneipe, in die wir reinstürmten, ich mit Riesenkleid, Schirm, Trauzeugin, Vater – nass – so standen wir da und baten darum, mal die Örtlichkeiten aufsuchen zu dürfen. Unter vielen neugierigen Blicken liefen wir quer durch den Raum und standen dann vor einer Toilette. Mit Sicherheit gab es auf der ganzen Welt kein kleineres Klo als dieses. Ich allein hätte darin kaum Platz gefunden, wie sollte das also mit einer Tonne Kleid funktionieren? Wir hoben also das Kleid über meinen Kopf und ich ging rückwärts rein… mehr Beschreibung würde mich in Verlegenheit bringen, aber glaubt mir – bedenkt den Weg zur Trauung – er darf nicht weit sein und eine geräumige Toilette (z.B. ein Behinderten-WC) sollte die Lokation dringend vorweisen können.

Nachdem wir dann glücklich und absolut pannenfrei im Sonnenschein getraut wurden und eine zauberhafte Zeit am Stand verbracht hatten, fuhren wir zurück in unser Hotel, wo ein leckeres Essen auf uns wartete. Zur Einstimmung sollte es vor den Reden einen kleinen Gruß aus der Küche für alle geben. Dies war in Form einer Tomatensuppe aus dem Glas geplant. Einer der Kellner lief mit einem Tablett voll kleiner Gläser mit besagter Tomatensuppe sichtlich nervös hinter mir und meinem Mann vorbei, kam doch tatsächlich ins Straucheln und fiel mit seinem Tablett in Richtung meiner Schwägerin der Länge nach hin,… alles – und glaubt mir einfach jeder Tropfen bedeckte ab sofort meine Schwägerin, sie war von Kopf bis Fuß voll mit roter Suppe! „OHMEINGOTT, zum Glück hat er nicht mich getroffen“, waren in diesem Schreckmoment meine ersten, zugegebenermaßen egoistischen Gedanken!

Meine Schwägerin war unter Schock, stand auf und verließ den Raum, meine Gedanken laut aussprechend: „Seien Sie froh das Sie nicht die Braut getroffen haben, aber das hier geht auch nicht gut für Sie aus…“ Zum Glück hatte meine Trauzeugin noch ein wunderschönes Kleid dabei. Meine Schwägerin sah toll darin aus, was ihre Wut umgehend besänftigte.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen fantastischen Hochzeitstag, mit zauberhaften Momenten und wenn nötig nur kleinen Pannen. Denkt daran – Regenschirme als Backup, keine Tomatensauce und großzügige Örtlichkeiten!:)“

 

Bildnachweis: Fotolia 0883280

 

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